Sex bzw. Pornodarstellungen sind der heutigen Kunst fast schon normal. Es regt sich keiner so großartig darüber auf bzw. aus der Fassung bringen. Doch wo sind die Grenzen von Pornografie in der Kunst? Kunst umfasst dabei nicht nur Gemälde, wie viele denken, sondern auch an Filme und an Fotografien. 

Wann ist Kunst Pornografie?

Die Kunst vergangener Jahrhunderte zog noch enge Schamgrenzen. Doch schon damals versuchte man den Voyeurismus mit religiösen oder historischen Argumenten zu legitimieren. Dabei fragte man sich schon damals: Warum ist man nun so verklemmt, denn immerhin stellten die Griechen und Römer Männer und Frauen schon nackt bzw. halbnackt dar. An den römischen und griechischen Statuen sind die Brüste der dargestellten und der Geschlechtsteile der Männer sehr stark ausgeformt.

Die erotische Aufladung der Kunst fand allerdings in den 1960er Jahren in Europa und den USA neue Höhepunkte. Enthüllen bzw. Entblößen war hier an der Tagesordnung. Im asiatischen Bereich indes hält man sich in der Kunst bis heute sprichwörtlich bedeckt. Doch die Grenzen der Pornografie in der Kunst empfindet natürlich jeder Mensch anders. Daher ist es schwer zu sagen, wo tatsächlich die Grenzen der Pornografie in der Kunst zu ziehen sind. Aus diesem Grund müssen sich auch immer wieder Gerichte mit diesem heiklen Thema befassen. Vor allem geht es hier um Jugendschutz, weniger um die Wahrung des guten Geschmacks. Denn Kunst ist etwas, was man sich ja nicht zwangsläufig ansehen muss. Man kann entscheiden, ob man ein TV-Programm einschaltet oder ob man in eine Ausstellung geht. Denn meist ist schon von vorneherein bekannt, um welche Art von Film bzw. Kunst es sich handelt, die hier präsentiert wird. Geht es rein nach der deutschen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und der Oberlandesgerichte, liegt Pornografie dann vor, wenn es um eine Darstellung von sexuellen Vorgängen geht, die aufdringlich in den Vordergrund gerückt wurden mit Absicht und auf die Anregung von sexuellen Reizen abzielen. Darüber hinaus werden auch die allgemeinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen berücksichtigt. 

Fazit

Bei vielen Kunstwerken etc. ist der Übergang von Kunst und Pornografie fließt. Natürlich spielt der eigene Geschmack, das eigene Empfinden eine große Rolle. Viele Menschen mit hohen moralischen Wertvorstellungen bzw. religiösen Gesinnungen empfinden schon Kunst als Pornografie, wenn diese auch nur zaghafte Andeutungen von Sex und Lust bzw. die Darstellung von männlichen oder weiblichen Genitalien enthält. Andere stehen dem Thema offener gegenüber. Doch auch das deutsche Recht kennt Grenzen zwischen Kunst und Pornografie. Doch hier muss immer im Einzelfall entschieden werden.