Von blutsaumigen Küssen und stöhnenden Wonnen

Schon in der Antike herrschte eine Stilrichtung vor, die auch die bekannten Autoren in eine erotische Richtung drückte. Dessen waren sie sich nicht unbedingt bewusst, denn zu dieser Zeit war die allgemeine Sicht auf die Dinge eine etwas andere als heutzutage. Aber da die Klassiker sich dieses Themas bedienten, taten ihnen das die großen Künstler der Moderne nach und kamen dabei zu ganz untypischen, vielleicht sogar naiven, kleinen Gedichten, die man ansonsten gar nicht mit dem entsprechenden Namen in Verbindungen bringen würde.

Deutsche Klassiker

Auch Namen von Goethe, Fontane oder Novalis lassen sich mit sinnlich-erotischen Gedichten in Berührung bringen. Die Romantik und der Sturm und Drang sind diesen Gedichten anzumerken, wenn man die Lust in der Sprache wiederfindet. Romantische Gedanken sind in diesen Gedichten verinnerlicht. Es war den Autoren offenbar doch auch eine Herzensangelegenheit dies zu schreiben

Fontane

Fontane

Erotik als Gegenpol zum Industriezeitalter

Das 19. Jahrhundert brachte mit Rainer Maria Rilke einen weiteren Großen an den Tisch der erotischen Dichtung. Dabei ist natürlich nicht nur national zu denken. Mit Emily Dickinson, John Keats und Charles Baudelaire sind weltweit Dichtungen zu lesen, die diesen erotischen Sehnsüchten Worte und poetische Form verleihen. Inzwischen spricht man vom verführenden Liebesgedicht, dass die Absicht hat den ersehnten Partner für sich und eine erotische Begegnung zu gewinnen.

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Rilke

Gegenwartsdichtung & Lust

Die Entwicklung zur Gebrauchslyrik ist unverkennbar. Man versucht gegenwärtig durch das Schreiben eines Gedichtes Aufmerksamkeit zu erregen. Sprache und Form haben sich geändert im Vergleich zu den Anfängen, sind doch gesellschaftliche und freiheitliche Entwicklungen ebenfalls galoppierend weitergekommen. Anstößige Wörter werden in der hohen Dichtung vermieden, aber auch eine zu blumige Sprache sollte weggelassen werden. Es geht gerade darum die vermeintlich anstößigen Dinge durch neue Schöpfungen kreativ zu vermeiden, aber dennoch anzusprechen, so dass eine Eindeutigkeit der Absichten entsteht.

Am Ende steht die Lust

Wollust und Erotik sind so alt wie das Menschengedenken. Auch die Literatur und im Besonderen die Erotik sind ihr verfallen. Da kann sich niemand von frei machen, auch die großen Denker und Künstler nicht. Im Gegenteil, sie erreichen Publikum mit ihren ganz privaten Vorstellungen und Wünschen und leben daher diese Seite der Kunst weit mehr aus, als jeder andere. Ohne Erotik ist die Poesie nicht denkbar, das gilt genauso wie für die Liebe.



Wo endet Kunst, wo fängt Pornografie an?

Sex bzw. Pornodarstellungen sind der heutigen Kunst fast schon normal. Es regt sich keiner so großartig darüber auf bzw. aus der Fassung bringen. Doch wo sind die Grenzen von Pornografie in der Kunst? Kunst umfasst dabei nicht nur Gemälde, wie viele denken, sondern auch an Filme und an Fotografien. 

Wann ist Kunst Pornografie?

Die Kunst vergangener Jahrhunderte zog noch enge Schamgrenzen. Doch schon damals versuchte man den Voyeurismus mit religiösen oder historischen Argumenten zu legitimieren. Dabei fragte man sich schon damals: Warum ist man nun so verklemmt, denn immerhin stellten die Griechen und Römer Männer und Frauen schon nackt bzw. halbnackt dar. An den römischen und griechischen Statuen sind die Brüste der dargestellten und der Geschlechtsteile der Männer sehr stark ausgeformt.

Die erotische Aufladung der Kunst fand allerdings in den 1960er Jahren in Europa und den USA neue Höhepunkte. Enthüllen bzw. Entblößen war hier an der Tagesordnung. Im asiatischen Bereich indes hält man sich in der Kunst bis heute sprichwörtlich bedeckt. Doch die Grenzen der Pornografie in der Kunst empfindet natürlich jeder Mensch anders. Daher ist es schwer zu sagen, wo tatsächlich die Grenzen der Pornografie in der Kunst zu ziehen sind. Aus diesem Grund müssen sich auch immer wieder Gerichte mit diesem heiklen Thema befassen. Vor allem geht es hier um Jugendschutz, weniger um die Wahrung des guten Geschmacks. Denn Kunst ist etwas, was man sich ja nicht zwangsläufig ansehen muss. Man kann entscheiden, ob man ein TV-Programm einschaltet oder ob man in eine Ausstellung geht. Denn meist ist schon von vorneherein bekannt, um welche Art von Film bzw. Kunst es sich handelt, die hier präsentiert wird. Geht es rein nach der deutschen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und der Oberlandesgerichte, liegt Pornografie dann vor, wenn es um eine Darstellung von sexuellen Vorgängen geht, die aufdringlich in den Vordergrund gerückt wurden mit Absicht und auf die Anregung von sexuellen Reizen abzielen. Darüber hinaus werden auch die allgemeinen gesellschaftlichen Wertvorstellungen berücksichtigt. 

Fazit

Bei vielen Kunstwerken etc. ist der Übergang von Kunst und Pornografie fließt. Natürlich spielt der eigene Geschmack, das eigene Empfinden eine große Rolle. Viele Menschen mit hohen moralischen Wertvorstellungen bzw. religiösen Gesinnungen empfinden schon Kunst als Pornografie, wenn diese auch nur zaghafte Andeutungen von Sex und Lust bzw. die Darstellung von männlichen oder weiblichen Genitalien enthält. Andere stehen dem Thema offener gegenüber. Doch auch das deutsche Recht kennt Grenzen zwischen Kunst und Pornografie. Doch hier muss immer im Einzelfall entschieden werden.